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Die schönste Erinnerung an meine Kindheit ist die ans Spielen.

Ich habe für mein Leben gern gespielt. Ich kann mich noch erinnern an ganze Tage versunken im Spiel, selbstvergessen im Hier und Jetzt, im Reinen mit mir und meiner kleinen Kinderwelt.

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Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch    (Erich Kästner)

Im Grunde wollte ich nie wirklich erwachsen werden, nicht auf die übliche Art jedenfalls: einer Art, welche Spiel und Lernen künstlich trennt und die spielerische Leichtigkeit, Begeisterung des kindlichen Lernspiels dem “Ernst des Lebens“ – mit Leistungsorientierung, Zielfocussierung, Karriereplanung, Ellenbogenmentalität usw. – opfert.

Heute, erst im Rückblick, kann ich erkennen, dass ich offenbar an zwei Schlüsselübergängen meines Lebens unbewußt Weichen gestellt habe, das Lernspiel meiner Kindheit hinüber zu retten in mein „Erwachsenenleben“.

Der Übergang meiner Kindheit in die Teenagerjahre war geprägt von zunehmenden schulischen Leistungsdruck und den „freiwillig“ auferlegten zusätzlichen Belastungen intensiven Leistungssportes. Interessanterweise habe ich zu der gleichen Zeit angefangen, Klavier zu spielen. Und auch wenn der Unterricht selbst eine Enttäuschung war, so war doch die Begeisterung am Klavier-SPIEL geweckt, die Sehnsucht, improvisieren zu lernen und irgendwann später einmal wirklich mit dem Klavier ganz frei spielen zu können.

Der zweite Schlüsselübergang, das Ende der Teenagerjahre, mit Abitur, Studium, Auszug aus dem Elternhaus und Start ins „Erwachsenenleben“, ging einher mit dem Beginn eines weiteren Spiels, dem Spiel mit Gedanken und Worten. In der Zeit dieses zweiten Übergangs fing ich an, intensiv Tagebuch zu schreiben. Bis heute hat sich daran nichts geändert, im Gegenteil, mit den Jahren hat sich das Tagebuchschreiben nur noch mehr intensiviert und ist heute fast schon zur Obsession geworden.

In meinen Tagbüchern, seit einigen Jahren auch in zusätzlichen Audiotagebüchern, arbeite ich gerne mit Bildern, Metaphern. Ein ganz wichtiges Bild, welches mich seit einiger Zeit begleitet, ist das eines Gedankengartens. Seit über 30 Jahren besuche ich fast täglich, auf die eine oder andere Weise, meinen Gedankengarten, um dort mit meinen Gedanken zu spielen: Manchmal hege, pflege ich, manchmal säe ich, und manchmal ernte ich eine Erkenntnis. Und manchmal sitze ich einfach nur da auf einer Bank in der Sonne und schaue mir beim Denken zu.

Das Tor zu meinem Gedankengarten war lange Zeit verschlossen. Ich hatte einen geschützen Ort des Rückzuges, in dem ich, gedanken-spielend, Erlebnisse zu Erkenntnissen verarbeiten konnte und so meinen Erkenntnisreichtum nach und nach vermehren konnte.

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Heute, nach Jahren des Rückzuges, spüre ich nun das Bedürfnis, die Tore zu meinem Gedankengarten zu öffnen, andere Menschen einzuladen, sich anzuschauen, was in all den Jahren gewachsen ist in meinem „Garten“ – und mit mir gemeinsam oder allein mit meinen Gedanken zu spielen.

 

Herzlich Willkommen in meinem Gedankengarten !

 

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