Unterschiede aushalten

Echtheit vor Gemeinsamkeiten

Die Qualität einer Beziehung wird weniger bestimmt durch das Maß an Gemeinsamkeiten als durch das Maß an Echtheit zwischen beiden Beziehungspartnern.

Es ist wichtig, ja essentiell, dass wir uns in einer Beziehung gerade auch der echten Unterschiede zwischen den Partnern bewußt werden und weder ausweichen in  unechte Gemeinsamkeiten – also Anpassung an das Gegenüber – noch Isolation oder gar Kontaktverlust, Trennung.

Das gemeinsame, wohlwollende Hinschauen und bewußte Zulassen vorhandener Unterschiede – das gemeinsame Aushalten und Durchleben des Unterschiedes im Bewußtsein, dass nur da, wo echte Unterschiede zugelassen, auch echte Gemeinsamkeiten empfangen werden können – die Freiheit, dem Partner und damit auch sich selbst zu zugestehen, das eigene Bedürfnis im Außen befriedigen zu dürfen – all diese auf den ersten Blick trennenden Elemente einer Beziehung können tatsächlich der Zement für das Fundament einer tragenden, tiefgründigen und nachhaltigen Partnerbeziehung sein. Einer Beziehung, die den Namen Liebesbeziehung auch wirklich verdient.

Einer Tatsache müssen wir uns bewußt werden angesichts von Unterschieden in einer Partnerschaft: Wenn wir uns anpassen an das Gegenüber (angeblich dem anderen zuliebe), schaden wir nicht nur uns selbst, missachten damit unsere eigenen Bedürfnisse, sondern wir verweigern auch dem Gegenüber die wirkliche Befriedigung seines Bedürfnisses, dem nach einer echten Gemeinsamkeit mit einem anderen Mitmenschen. Das, was wir anbieten können, ist nur ein echter Unterschied oder eine unechte Gemeinsamkeit. Von beidem, das müssen wir uns eingestehen, wird der Partner nicht satt werden können. Entweder er wird bei Nichtanpassung hungern bei leerem Magen –  oder bei Anpassung bei vollem Magen. Wirklich satt werden wird er aber nie. Genauso wenig wie wir selbst. Ich denke, es ist dieser chronische „Hunger“ vieler Paare, – basierend  auf der Unfähigkeit, dem Partner und damit auch sich selbst Befriedigung der eigenen Bedürfnisse im Außen zu gewähren, der Unfähigkeit, für sich selbst zu sorgen und auch dem Partner einen gesunden Egoismus zu zugestehen – der letztlich die meisten Beziehungen zum Scheitern bringt.

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