Geben = Nehmen

Die Altruismuslüge

Wenn dem abhängigen Kind immer nur gegeben und nichts von ihm genommen wird, dann wird ihm das Gefühl genommen, selbst etwas geben zu können, das Gefühl, etwas wert zu sein: sein Selbstwertgefühl. Wenn Eltern die natürliche Position der Stärke, die sie gegenüber dem Kind haben, dazu missbrauchen, diesem immer und immer wieder zu geben, ohne offen zu legen, was sie im Gegenzug vom Kind empfangen und nehmen, dann erzeugen sie im Kind Gefühle von Minderwertigkeit, Verpflichtung und Schuld.

Selbstlosigkeit

ist ausgereifter Egoismus.

(Oscar Wilde)

Altruismus ist in seinem Grunde die manipulative Verzerrung eines einfachen Sachverhaltes: dass in jeder Lebenssituation Geben und Nehmen im Ausgleich stehen, dass dort, wo gegeben, immer auch genommen, und dort, wo genommen, immer auch gegeben wird. Geben ist gleich Nehmen. Und Nehmen ist gleich Geben.
Indem jedoch einseitig der Focus auf das Geben gerichtet und die Seite des Nehmens verleugnet wird, wird eine asymmetrische, unausgeglichene Lage geschaffen, welche im Gegenüber, zum Beispiel dem Kind, das Gefühl erzeugt, selbst nichts zu haben, was es geben könnte – mit dem Resultat, dass es sich minderwertig, dem Gebenden gegenüber zu Gegenleistung verpflichtet und schuldig fühlt, wenn es dieser Verpflichtung nicht nachkommt.

1 Kommentar zu „Geben = Nehmen“

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